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Chemo und Coronavirus: Was sollten Krebspatienten jetzt beachten?

Die Corona-Pandemie hat die Welt und das tägliche Leben von Millionen von Menschen verändert. Da einige Bundesländer beginnen, bestimmte Geschäfte wieder zu öffnen, betonen die Gesundheitsbehörden nach wie vor, wie wichtig es ist, wenn möglich zu Hause zu bleiben und sich sozial zu distanzieren. In allen Bundesländern ist es nun Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Dies gilt vor allem im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen.

Die Folgen der Corona-Pandemie werfen vor allem bei Krebspatienten viele Fragen und Sorgen auf. In diesem Artikel finden Sie die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen und Hinweise dazu, was Krebspatienten rund um das Coronavirus (COVID-19) nun beachten sollten.

Sind Krebspatienten anfälliger für die Coronaviren?

Da es sich bei SARS-CoV-2 um ein neues Virus handelt, ist jeder, dem Risiko ausgesetzt, sich zu infizieren und COVID-19 zu entwickeln.

Krebspatienten gehören zu denjenigen, bei denen ein hohes Risiko besteht, an einer schweren Coronavirus-Infektion zu erkranken, da ihr Immunsystem durch die Verabreichung bestimmter Medikamente oft geschwächt ist. Dazu gehören beispielsweise Zytostatika oder Immunsuppressiva. Die am weitesten fortgeschrittenen Krebsstadien sind am schwerwiegendsten und erfordern daher mehr Vorsichtsmaßnahmen. Es ist wichtig, dass alle Krebspatienten und Menschen, die in der Vergangenheit gegen Krebs behandelt wurden, mit einem Arzt sprechen, der ihre Situation und medizinische Vorgeschichte versteht. Darüber hinaus wird Krebspatienten dringend geraten wachsam zu sein und die mit den geltenden Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen verbundenen Auflagen zu beachten.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Beugen Sie einer Infektion durch präventive Maßnahmen aktiv vor. Beachten Sie diese Hygieneempfehlungen:

  • Niesen oder husten Sie in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch
  • Entsorgen Sie Taschentücher nach einmaligem Gebrauch
  • Waschen Sie regelmäßig für mindestens 20 Sekunden Ihre Hände mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie es, Ihr Gesicht mit den Händen zu berühren
  • Halten Sie einen Mindestabstand von 1 Meter zu Ihren Mitmenschen
  • Vermeiden Sie Berührungen wie Händeschütteln oder Umarmungen
  • Meiden Sie nach Möglichkeit große Menschenmengen wie beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr

Sollte man die Krebstherapie trotz der Corona-Pandemie fortsetzen?

Die meisten Krebstherapien werden fortgesetzt. In sehr seltenen Fällen kann es jedoch vorkommen, dass einige Behandlungen verschoben oder abgesagt werden. Diese Maßnahmen werden ergriffen, wenn das Risiko einer Virusinfektion größer ist als die Entwicklung der Krebserkrankung. Die Anzahl der Chemo-Sitzungen kann dann auf Anraten der Ärzte reduziert werden, um das Immunsystem nicht zu sehr zu schwächen.

In welchem Stadium der Behandlung ist man am anfälligsten für Coronaviren?

Besonders vorsichtig müssen Patienten sein, die akut an Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs erkrankt sind, aber auch Patienten mit weniger weißen Blutkörperchen oder mit einem Mangel an Antikörpern. Ihnen fehlen die körpereigenen Abwehrkräfte, um den Körper gegen Viren und Bakterien zu schützen. Besonders gefährdet sind außerdem diejenigen, die vor kurzem operiert oder chemotherapeutisch behandelt wurden, sie sind stärker als die Allgemeinbevölkerung dem Risiko ausgesetzt, rasch schwere Formen des Virus zu entwickeln. Sie sollten daher so weit wie möglich von der Ansteckungsgefahr ferngehalten werden.

Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Patienten zu schützen?

In den Krebszentren, Krankenhäusern und Kliniken wurden spezielle Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Patienten und des Personals getroffen. Auf diese Weise sollen die Behandlungen auch während dieser schwierigen Zeit aufrechterhalten werden. Die Zeitpläne des Personals wurden daher den Hygienevorschriften angepasst und die Zahl der Patienten, die sich gleichzeitig einer Chemotherapie unterziehen, begrenzt. Einige Behandlungsschemata wurden überarbeitet, um die Anzahl der Patienten in Praxen, Kliniken und Tageskliniken zu reduzieren:

  • Umstellung auf eine orale Chemotherapie, mit Einnahme der Zytostatika zu Hause
  • Reduzierung der Chemotherapie Sitzungen
  • Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Immunantwort
  • Alle Geräte werden desinfiziert, einschließlich Computertomograph und Röntgengerät.

Gibt es Änderungen im Ablauf der Chemotherapie?

Abgesehen von Ausnahmefällen, in denen die motorischen Fähigkeiten des Patienten eingeschränkt sind, sollten Betroffene nicht zu ihrer Behandlung begleitet werden. Der Patient wird bei seiner Ankunft mit einer Maske ausgestattet und führt eine strenge Desinfektion der Hände durch. Das Pflegepersonal ist selbstverständlich ebenfalls mit Masken ausgestattet und wendet verstärkte Hygienemaßnahmen an. Diese dienen dem Schutz des Pflegepersonals, ebenso wie dem Schutz anderer Patienten während der Chemotherapie Behandlungen.

Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, müssen Sicherheitsabstände zu anderen Patienten einhalten. Als Präventivmaßnahme wird vermieden zu viele Patienten gleichzeitig zu empfangen. Darüber hinaus werden die Patienten für die Dauer ihrer Behandlungen in getrennten Räumen untergebracht.

Sollte man trotz Corona-Pandemie zur Nachsorge gehen?

Patienten, die einen Termin zur Nachsorge haben, können mit ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen, ob der Termin wie geplant stattfinden soll. Ihr Arzt kennt Ihre persönliche Situation und kann die Dringlichkeit einer anstehenden Nachsorgeuntersuchung, ebenso wie Ihr persönliches Infektionsrisiko abwägen.

Es ist höchstwahrscheinlich, dass ähnliche Vorsichtsmaßnahmen auch in Ihrem Behandlungszentrum angewandt werden. Zögern Sie deshalb nicht, sich für weitere Informationen an das zuständige Personal zu wenden.