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Chemotherapie: Kleine Hilfsmittel – große Wirkung

Eine Chemotherapie zur Behandlung von Krebs geht oft mit anderen Symptomen wie Haarausfall einher. Hier haben wir einige Hilfsmittel zusammengestellt, die für Abhilfe sorgen.

Haarausfall während der Chemotherapie

Haarausfall ist kein Symptom der Krebserkrankung selbst, sondern von deren Behandlung. Zur Bekämpfung des Tumors in einer Chemotherapie werden sogenannte Zytostatika verabreicht. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet frei übersetzt in etwa „Zelle anhalten“. Die Zytostatika greifen die Tumorzellen an und schädigen sie, sodass sie sich nicht weiter teilen können und nach und nach zerstört werden. Zu den angegriffenen Zellen gehören jedoch nicht nur die Krebszellen, sondern auch die gesunden Körperzellen, sowie Haarfollikel oder Nervenzellen. Bei einer Standard-Chemotherapie verlieren daher alle Patientinnen ihre Haare. Dabei ist der Haarausfall keineswegs ein Zeichen dafür, dass die Therapie anschlägt.

Dem Haarausfall vorbeugen

Um dem Haarausfall vorzubeugen kann dem Patienten bei einer Chemotherapie-Sitzung eine Kühlhaube angeboten werden, mit dem Ziel, den Haarausfall zu reduzieren.

Die Haube, die aussieht wie ein weicher Fahrradhelm, besteht aus einer mit Glyzerin-Gel gefüllten Tasche, die sehr kalt sein sollte (-18°C bis -25°C). Eine Kühlung der Kopf­haut während der Behandlung soll bewirken, dass sich die Gefäße verengen und somit die Haarwurzeln schlechter durch­blutet werden. Folglich gelangen geringere Mengen der Zytostatika im Blut über den Blut­kreis­lauf an die Haarwurzeln, weniger Zellen werden zerstört und der Haarverlust wird deutlich reduziert.

Es kann vorkommen, dass bestimmte Pflegeteams nicht für die Handhabung der Haube ausgestattet sind: Dieser muss 10 Minuten vor Beginn der Infusion auf die nassen Haare gesetzt, ungefähr alle 15 Minuten ausgetauscht und 30 Minuten nach Ende der Infusion abgenommen werden.

Die Wirksamkeit der Haube hängt von mehreren Faktoren ab:
  • Die Haarlänge des Patienten: Es ist ratsam, sich die Haare vor Beginn der Chemotherapie kurz schneiden zu lassen
  • Moleküle, die bei der Chemo verwendet werden
  • Die Art der Verabreichung der Chemo (Dauer der Infusion, Anzahl der Moleküle usw.)
  • Die Beschaffenheit der Haare und die Art, sie zu pflegen – Vermeiden Sie Stylings, Färben oder andere aggressiven Behandlungen während der Chemotherapie

Basierend auf diesen verschiedenen Faktoren zeigen die durchgeführten Studien sehr unterschiedliche Erfolgsquoten.

Verträglichkeit der Haube

In einigen Fällen kann die Haube bei Patienten Kopf-, Augen- oder Nackenschmerzen oder sehr starke Kältegefühle hervorrufen – bis zu dem Punkt, dass manche sogar ganz auf die Benutzung verzichten.

Kontraindikationen:

Von der Benutzung der Haube kann bei bestimmten Krebsarten oder im Fall einer kontinuierlichen Chemotherapie über Pumpen oder oraler Einnahme abgeraten werden.
Die Entscheidung eine solche Haube zu benutzen muss also in Absprache mit dem Arzt und dem gesamten Pflegeteam getroffen werden.

Kühlhandschuhe und -socken

Nach demselben Prinzip funktionieren auch Kühlhandschuhe und Kühlsocken. Bei vielen Patienten treten nach der Chemotherapie Missempfindungen oder Taubheitsgefühle in Händen oder Füßen auf. Manchmal leiden sogar die feinmotorischen Fähigkeiten unter den Nervenschäden.

Kühlhandschuhe und –socken kommen während der Chemotherapie zum Einsatz, um zu vermeiden, dass die gesunden Nervenzellen in Händen und Füßen von den Zytostatika zu sehr angegriffen werden.

         

Hilfreiche Begleiter zur Chemotherapie

Um Ihnen den Behandlungsalltag zu erleichtern, gibt es eine Chemo-Bekleidungslinie, die speziell auf Ihre Bedürfnisse während der Chemotherapie angepasst ist. Die farbenfrohen und praktischen Shirts sind mit unauffälligen Druckknöpfen ausgestattet, um das Anlegen von Infusionen zu erleichtern. Bei der Behandlung wird somit nichts mehr abgeklemmt und das Entkleiden wird in Zukunft überflüssig. Die Chemo-Kleidung ist nicht nur ein hilfreicher Begleiter zu Arztbesuchen, sondern zudem auch schick und alltagstauglich!

Wenn Sie während der Chemotherapie unter Übelkeit leiden, gibt es eine Reihe von kleinen Hilfsmitteln, die Ihnen Abhilfe verschaffen sollten. Um das Gefühl von Übelkeit zu verringern, können Sie beispielsweise auf ein Anti-Übelkeit-Akupunktur-Armband zurückgreifen oder Anti-Übelkeit Zitronenkaugummi kauen. Hier finden Sie weitere nützliche Tipps zum Thema „Nebenwirkungen der Chemotherapie“.