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Merles Weg in ein gesundes, glückliches, selbstbestimmtes Leben!

Merle Zirk ist vegane, ärztlich geprüfte Ernährungsberaterin, Autorin und Retreatleiterin. Merle teilt mit den Menschen Gesundheit, Hoffnung und Glück. Wir, das Team von Oncovia, hatten die Möglichkeit ihr ein paar Fragen zu stellen.

 

  1. : Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Vielleicht erzählst Du uns zunächst erstmal ein bisschen über Dich und Deinen Werdegang.

Vielen lieben Dank an Oncovia für die liebe Einladung zum Gespräch! Ich bin Merle, in Franken geboren und nun in München zuhause. Mein Traum war es seit klein auf, beim Fernsehen zu arbeiten. An diesem Traum habe ich gearbeitet und er wurde tatsächlich wahr. Ich habe erst in meiner Heimatstadt Schweinfurt ein Volontariat zur Fernsehredakteurin absolviert und bin dann in die Medienstadt München umgezogen, um auf überregionaler Ebene zu arbeiten und die Welt zu sehen. Ich habe für Sender wie Pro7, VOX, DMAX, Motorvision und Red Bull TV gearbeitet. Einige Jahre lang durfte ich viele Drehs im In-, und Ausland begleiten – ich hatte eine Menge Spaß in meinem Beruf. Aber auch eine Menge Stress. Viel schnelles Essen, Parties und Alkohol haben mein Leben mehrere Jahre lang komplett gemacht.

  1. : Im Jahr 2012, im Alter von 30 Jahren, hast Du die Diagnose Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium erhalten. Inwiefern hat dieser schwere Schicksalsschlag Dein Leben verändert?

Diese Diagnose Ende 2012 hat mein Leben von Grund auf verändert. Anfangs natürlich erschüttert. Kein Stein blieb mehr auf dem Anderen. In jedem Lebensbereich hat sich die Botschaft übertragen. Nach der Akuttherapie, also Total-Operation und Entfernung von Gebärmutter, Eierstöcken und 69 Lymphknoten, sowie Chemotherapie habe ich versucht, ins Leben zurück zu kommen. Hierbei ist mir schmerzlich bewusst geworden, dass es nicht einfach so wie früher weitergehen kann. Ich habe versucht, beim Pensum der Anderen, meiner gesunden Freunde, der Familie und Kollegen mitzuhalten und merkte, dass ich es nicht mehr kann – und vor allem nicht mehr will.

Merle_mit_Oncovia_im_Interview

Mein ganzes Bild, wie ich in die Welt hineinschaue, hat sich durch die Erkrankung verändert. Ich hatte das Gefühl, dass ich ganz neu starten muss, wenn ich leben will. Wie das aussehen kann, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Ich habe nur gemerkt, dass mich die Beschäftigung mit Nahrung, Lebensmitteln, mit meiner Seele und ganzheitlichen Heilmethoden sehr interessiert und für mich absolut stimmig ist. So habe ich kleine Baby-Steps nach vorne gemacht, Neues zu erfahren, zu lernen, aber allen voran: mich selbst lieben zu lernen.

Krebs_Haarnachwuchs_Merle_Zirk_Interview

  1. : Inzwischen bist Du wieder gesund und arbeitest als vegane Ernährungsberaterin, als Coach für Gesundheit und Wellness, Du hältst Vorträge und bietest Workshops an. Warum ist diese Aufgabe sowie die Frage der Eigenverantwortung so wichtig für Dich geworden?

Ich habe in meinem alten Beruf, den des TV & Video Producers nur noch wenig Sinn gefunden, ich hatte das tiefe Bedürfnis, dass mein Leiden anderen Mut machen könnte und Hoffnung verbreitet. Daher habe ich mich entschieden, eine Ausbildung zur ärztlich geprüften veganen Ernährungsberaterin zu machen und meine Festanstellung aufzugeben. Heute arbeite ich zwar weiterhin noch als Filmemacherin, aber eben mit Themen, die mir gefallen und selbstbestimmt in meinem Tempo. Meine Leidenschaft liegt darin, Menschen auf ihrem Weg in ein gesundes und glückliches Leben zu begleiten. Daher biete ich  Beratungen, Workshops und Retreats an, weil es das ist, was mein Herz springen lässt und mich glücklich macht. Eigenverantwortung ist generell so wichtig in unserem Leben – und als Krebspatient ist es essentiell, in die eigene Kraft und in die Selbstverantwortung zu kommen. Denn das ist meiner Meinung nach der Nährboden für eine Genesung und für Wohlbefinden.

  1. : Worauf sollte man bei der Ernährung mit einer Krebserkrankung besonders achten? Gibt es Lebensmittel die krebshemmend sind und andere die krebsfördernd sind? Wenn ja, welche?

Man sollte darauf achten, dass der Speiseplan pflanzenbasiert ist und vor allem aus Gemüse, Obst, Kräutern, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Vollkorngetreiden besteht. Tierische Produkte und Zucker rufen Entzündungen hervor und gelten als krebsfördernd, was in vielen Studien bereits belegt werden konnte. Für mich ist die gesündeste Ernährung pflanzlich-vollwertig, reich an biologischer Rohkost. Als krebshemmend gelten generell Kreuzblütler (also eine Gemüsegattung), die spezielle sekundäre Pflanzenstoffe beinhalten, Kohlsorten, Beeren, Kakao, Leinsamen, Zwiebeln und Knoblauch, sowie Gewürze wie Kurkuma – um nur einige zu nennen.

  1. O.: Du bietest außerdem Retreats und Seminarwochen für Menschen mit oder  nach dem Krebs an. Die Idee ist Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Wie   schaffst Du das?

Meine Retreats sind für Menschen, die Krebs haben oder hatten, andere Krankheiten oder Krisen durchleben – aber auch ‚gesunde‘ Menschen. Ich habe in meiner schlimmsten Phase den Wunsch gehabt, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen, schöne Erlebnisse zu teilen, verstanden zu werden und neue Impulse in mein Leben einzuladen. Die Selbsthilfegruppen waren allerdings nicht das Richtige für mich. So ist aus meinem eigenen Wunsch eine Idee entstanden, die ich erstmals 2015 realisiert habe. 9 Frauen waren mit mir und meinem Team aus Yogalehrerin und Körpertherapeutin auf Mallorca, um an Körper, Geist und Seele zu arbeiten. Das Feedback war so positiv und mit Einigen spannt sich ein Band bis heute.

Ich bin ein sehr intuitiver Mensch (geworden), der sich auf die Bedürfnisse anderer einstellen kann, ohne sich selbst zu verlieren. Durch meine eigene Geschichte und mein mittlerweile angehäuftes Wissen, ist es möglich, genau auf die Bereiche im Leben und am Körper einzuwirken, die möglicherweise über lange Zeit vernachlässigt wurden. Die Veränderung in den Menschen ist oft schon nach kurzer Zeit zu bemerken. Natürlich schaffe ich all das während eines Retreats nicht alleine, sondern habe ein empathisches Team an meiner Seite.

  1. : Du hast ein Buch geschrieben: „Retreat yourself – Loslassen und neu beginnen“. Auf Deiner Website schreibst Du selber, es handele sich hier um ein Buch für Menschen, die Motivation und Mut suchen, wirklich etwas zu verändern! Was macht Dein Werk aus?

In meinem Buch erzähle ich sowohl meine Geschichte mit der Krebserkrankung und meinen Weg, damit umzugehen, als auch die Erkenntnisse und Änderungen meiner Lebensgewohnheiten, die danach Einzug gehalten haben. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass uns das Leben mit so einer Schockdiagnose eine Botschaft mitteilen möchte und wir können selbst solche Erfahrungen nutzen und etwas verändern. Ich teile  im Buch mein Wissen über Ernährung, meine speziellen ‚Lebenselixiere‘ – nämlich grüne Säfte und reines Wasser-, Darm-, und Schlafgesundheit. Aber auch den Appell, Selbstverantwortung ins Leben einzuladen und in die eigene Kraft zu kommen. Außerdem gibt es am Ende des Buches zur Vervollständigung einen Schwung pflanzlicher Rezepte zum Nachkochen.

  1. : Ein Vortrag von Dir trug den Titel „Cancer was my Guru – mein Weg in ein gesundes, glückliches, selbstbestimmtes Leben“! Wie meinst Du das?

Der Titel ist bewusst so gewählt. Es bedeutet für mich genau das, was da im Englischen steht. Natürlich hätte ich mir die Schmerzen, die Operation, die Chemotherapie, die Desillusion einiger meiner Träume ersparen wollen – aber ich glaube, dass wir manchmal ganz tief fallen müssen, damit wir das Schöne und das Kostbare im Leben erkennen. Manchmal kommen wir nur durch Leid dort an, wo wir sein sollen und werden die Person, die wir sind. Menschen, die durch so schlimme Erlebnisse mussten, sind oft ganz klar und rein. Vor dem Einschnitt gab es immer Ausreden, andere Prioritäten und Unklarheiten. Schicksalsschläge sind häufig der Weckruf nach Veränderung. Dafür ist allerdings Hingabe und Loslassen die Voraussetzung. Für mich gab es nur diesen einen Weg. Glücklicherweise hat er mich zu meiner Lebensaufgabe gebracht.

  1. : Was liegt Dir bei Deiner Arbeit ganz besonders am Herzen? Was möchtest Du vor allem Menschen mit Krebsdiagnose mit auf den Weg geben?

Mir liegt besonders am Herzen, zu betonen, dass es für mich kein ‚One fits all‘ gibt – ich denke, jeder Mensch ist einzigartig mit seinen Themen und Bedürfnissen. Daher glaube ich, dass jeder auch seinen eigenen Weg finden darf. Ich reiche lediglich meine Hand und strecke sie zur Hilfe aus – ob und in welchem Maße, die Menschen diese Unterstützung annehmen wollen, entscheidet jeder selbst. Ich lehre in meinen Workshops, bei meinen Retreats und in meinen Vorträgen, was Ernährung, Seelenarbeit, Bewegung, Gedanken, etc. für die Gesundheit bereit halten und wie wichtig die Beschäftigung mit diesen Themen sein kann. Das Wichtigste für Krebspatienten ist aber, dass ich mir wünsche, dass jeder Einzelne weiter an sich und an die eigene Kraft wirklich glaubt.

Was wir uns vorstellen können, kann wahr werden.

Daher bin ich der Meinung, dass wir wirklich gesund werden können, wenn wir wollen!

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