Etwa 30 % der Frauen mit Brustkrebs unterziehen sich einer Mastektomie – einem chirurgischen Eingriff, bei dem die Brust teilweise oder vollständig entfernt wird. In welchen Fällen ist dieser Eingriff notwendig? Ist er schmerzhaft? Was ist von der Operation zu erwarten? Oncovia gibt Antworten.
Was ist eine Mastektomie?
Eine Mastektomie, auch Mammektomie oder nicht-erhaltende Brustoperation genannt, ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die gesamte Brust entfernt wird, einschließlich der Brustdrüse, eines Teils der Haut, des Warzenhofs und der Brustwarze. Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Es gibt auch die subkutane Mastektomie (Erhalt von Brustwarze und Warzenhof) sowie die hautsparende Mastektomie mit dem Ziel einer sofortigen Brustrekonstruktion. Die totale Mammektomie steht im Gegensatz zur brusterhaltenden Operation (Tumorektomie), bei der nur der Tumor und ein kleiner Rand gesunden Gewebes entfernt werden.
Warum eine Mammektomie durchführen? In welchen Fällen?
Die meisten Brustkrebsbehandlungen sind brusterhaltend. Dennoch gibt es mehrere Indikationen für eine totale Mastektomie, die nicht zwangsläufig mit der Schwere der Erkrankung zusammenhängen:
- der Tumor ist im Verhältnis zur Brust sehr groß und verhindert eine effektive brusterhaltende Therapie;
- die Lage oder Form des Tumors lässt keine brusterhaltende Operation ohne deutliche Brustverformung zu;
- es liegen mehrere Tumoren in derselben Brust vor;
- Krebsrückfälle nach brusterhaltender Behandlung;
- prophylaktische (präventive) Operation.
Diese Situationen entsprechen in der Regel einem erhöhten Risiko für lokale Rückfälle oder eine unvollständige konservative Behandlung.
Welche Arten der Mastektomie gibt es?
Es gibt zwei Hauptformen der Mastektomie:
- Kurative Mastektomie: Der Krebs ist bereits vorhanden. Man unterscheidet die klassische Methode bei frühem Krankheitsstadium und die modifiziert-radikale Mastektomie, bei der zusätzlich Lymphknoten aus der Achselhöhle zur Analyse entfernt werden.
- Präventive Mastektomie: Sie wird bei Frauen mit erhöhtem Risiko durchgeführt, die noch keinen Brustkrebs haben, insbesondere bei Trägerinnen einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation. Sie ist nicht verpflichtend.
Wie verläuft die Brustentfernung?
Vor der Operation finden mindestens 48 Stunden vorher ein Beratungsgespräch mit dem Chirurgen und dem Anästhesisten statt. Am Operationstag müssen Sie nüchtern sein. Eine antiseptische Dusche sowie das Rasieren der Achselhöhle sind erforderlich. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde, abhängig davon, ob Wächterlymphknoten entfernt werden. Der Schnitt erfolgt elliptisch und möglichst tief, um sichtbare Narben im Dekolleté zu vermeiden. Der Krankenhausaufenthalt dauert in der Regel 1 bis 4 Tage.
Ist eine Mastektomie schmerzhaft?
Nach der Operation können neurologische Schmerzen im Brustbereich, in der Achselhöhle und im Arm auftreten. Schmerzmittel werden in der Regel verschrieben. Es kann auch zu sogenannten Phantombrustschmerzen kommen, die sich durch Juckreiz, Kribbeln oder Druck äußern. Zudem kann ein gewisses Unbehagen durch die Anlage einer Drainage entstehen.
Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?
Wie bei jeder Operation bestehen Risiken im Zusammenhang mit der Narkose sowie mögliche Nebenwirkungen: