Vaginale Trockenheit & Krebs: Die Intimpflege nicht vernachlässigen

Vaginale Trockenheit & Krebs: Die Intimpflege nicht vernachlässigen

Während der Behandlungen kann die Sexualität des Paares durch eine häufige Nebenwirkung beeinträchtigt werden: vaginale Trockenheit. Diese kann infolge einer Chemotherapie, einer Hormontherapie (Tamoxifen, Aromatasehemmer), einer Strahlentherapie, einer Entfernung der Eierstöcke oder dem Absetzen einer Hormonersatztherapie (HRT), die bei hormonabhängigen Krebserkrankungen kontraindiziert ist, auftreten.

Dadurch entsteht im Körper ein Östrogenmangel, ein Hormon, das für die Elastizität und Feuchtigkeit der Vaginalschleimhaut entscheidend ist. Die Schleimhaut kann sich verdünnen und atrophieren, wodurch vaginale Trockenheit entsteht. Weitere Symptome können hinzukommen: Brennen, Reizungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, manchmal begleitet von Blutungen oder Veränderungen der Vaginalflora.

All diese Beschwerden können die Lebensqualität von Frauen erheblich beeinträchtigen, sind jedoch glücklicherweise nicht unausweichlich. Es gibt verschiedene Lösungen und Maßnahmen, um wieder mehr Komfort, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zu gewinnen.

Die richtige Intimpflege für sich selbst auswählen

Zunächst ist es wichtig, spezielle kosmetische Pflegeprodukte zu verwenden, die für diesen empfindlichen Intimbereich geeignet sind. Dies beginnt bereits unter der Dusche mit einem sanften, natürlichen Intimwaschgel.

Einige Tipps zur Auswahl des richtigen Produkts: Bevorzugen Sie möglichst natürliche Formulierungen (mindestens 95% Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs). Achten Sie in der Zutatenliste darauf, reizende Stoffe wie Sulfate und synthetische, zu aggressive Schaumbildner zu vermeiden. Wählen Sie stattdessen sehr milde Tenside pflanzlichen Ursprungs wie Coco-Glucosid oder Decyl-Glucosid.

Anschließend können bestimmte Pflegeprodukte gezielt im Intimbereich angewendet werden, um den täglichen Komfort zu verbessern. Bei Trockenheit ist es wichtig, die vaginalen Schleimhäute intensiv zu hydratisieren. Tragen Sie morgens ein frisches Intimgel auf, um den Feuchtigkeitsgehalt über den Tag hinweg zu erhalten. Bei Irritationen oder Brennen können Sie 1–2 Mal täglich einen beruhigenden Balsam mit Pflanzenextrakten sowie einem Prä- und Probiotika-Komplex anwenden — ideal zur Pflege Ihrer bakteriellen Flora.

Bei schwierigen oder schmerzhaften Geschlechtsverkehr zögern Sie nicht, ein Gleitmittel zu verwenden. Ob wasserbasiert oder ölbasiert — wählen Sie das Produkt, das am besten zu Ihnen passt.

Welches Pflanzenöl lindert vaginale Trockenheit?

Pflanzenöle können sehr gute natürliche Gleitmittel sein. Dies gilt insbesondere für Kokosöl, das viele Vorteile für die Gesundheit der Schleimhäute bietet. Dank seiner antimykotischen und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften ist es eine der besten Alternativen zu herkömmlichen Gleitmitteln. Achten Sie jedoch darauf, ein biologisches Kokosöl aus erster Kaltpressung zu wählen.

Beachten Sie außerdem, dass Kokosöl (wie alle Pflanzenöle) NICHT mit Kondomen kompatibel ist. Bei geschütztem Geschlechtsverkehr sollten Sie daher lieber wasserbasierte Gleitmittel verwenden.

Da Pflanzenöle einen neutralen pH-Wert haben, im Gegensatz zum sauren Vaginalmilieu, achten Sie darauf, Ihre Flora nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Beobachten Sie regelmäßig mögliche Anzeichen einer Mykose (Geruch, Juckreiz, Ausfluss…).



Die Meinung eines Fachmanns einholen

Es gibt außerdem eine Reihe von medizinischen Behandlungen, um vaginale Trockenheit zu lindern: hormonhaltige Vaginalzäpfchen oder -ringe, fraktionierter CO₂-Laser, Hyaluronsäure-Injektionen, LED-Phototherapie… Von einfach bis technisch anspruchsvoll — Ihre Gynäkologin oder Ihr Gynäkologe wird die für Sie am besten geeignete Lösung empfehlen. Dabei berücksichtigt er die Intensität Ihrer Trockenheit, die Art Ihres Krebses (hormonabhängig oder nicht) sowie Ihre Behandlungen. Zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen.

Diese Tipps wurden in Zusammenarbeit mit den Laboratoires Jaldes verfasst.

 

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