Gewichtsverlust während der Chemotherapie ist möglich. Während die Chemotherapie zahlreiche Nebenwirkungen verursacht – Haarausfall, Verlust von Wimpern und Augenbrauen, brüchige Nägel, Hand-Fuß-Syndrom… – gehören auch Gewichtsschwankungen dazu, insbesondere der Gewichtsverlust. Warum passiert das? Kann man ihn vermeiden? Hier erfahren Sie alles Wichtige.
Warum nimmt man während der Chemotherapie ab?
Es gibt mehrere Gründe für Gewichtsverlust während der Chemotherapie. Der erste ist der Appetitverlust, einer der direkten Nebenwirkungen der Behandlung. Appetitlosigkeit kann aber auch durch andere Nebenwirkungen ausgelöst werden, wie zum Beispiel:
Übelkeit, durch Chemotherapie verursachtes Erbrechen
Nach der Verabreichung einer Chemotherapie können Erbrechen und Übelkeit auftreten. Wiederholtes Erbrechen kann, wenn es nicht durch eine angepasste Ernährung ausgeglichen wird, zu Gewichtsverlust führen. Übelkeit wiederum verursacht ein Ekelgefühl, das die Nahrungsaufnahme erschweren kann.
Weitere Informationen und Tipps zu Übelkeit während der Chemotherapie finden Sie in unserem Blogartikel: „Übelkeit und Erbrechen während der Chemotherapie“
Darmbeschwerden während der Chemotherapie
Chemotherapie und bestimmte Krebsbehandlungen beeinträchtigen die Darmflora. Dies kann zu Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder auch Verstopfung führen.
Geschmacksveränderungen durch die Chemotherapie. Dies ist eine der häufigsten Nebenwirkungen während der Chemotherapie. Dabei kommt es zu einer Veränderung der Geschmackswahrnehmung: Aromen können zu intensiv oder im Gegenteil sehr fade erscheinen. Lebensmittel können zudem einen ungewöhnlichen Geschmack annehmen, der nicht ihrer eigentlichen Kategorie entspricht (metallisch, salzig, bitter usw.). Schließlich kann auch ein anhaltender Geschmack im Mund auftreten, meist metallisch und durch den Speichel verursacht, der den Geschmack von Speisen beeinträchtigt.
Mukositis und Mundprobleme
Auch dies ist eine Nebenwirkung der Chemotherapie und bestimmter Krebsbehandlungen. Aphten, Mukositis und orale Läsionen können im Mund auftreten. Die Nahrungsaufnahme kann dadurch erschwert, schmerzhaft oder zumindest sehr unangenehm werden.
Stress
Ja, Sie durchleben eine Zeit mit äußerst belastenden Ereignissen. Es ist völlig normal, sich wegen der Krebserkrankung, der Behandlungen und des Alltags Sorgen zu machen. Stress jedoch erschöpft den Körper und zehrt an den Energiereserven, was sich auf Ihre Gesundheit und insbesondere auf Ihr Gewicht auswirkt.
Wie kann man Gewichtsverlust während der Chemotherapie vermeiden?
Da eine Chemotherapie zu Muskelschwund führt, kann es zu einem raschen Gewichtsverlust kommen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, dies zu verhindern oder zumindest zu begrenzen.
Übelkeit und Erbrechen vorbeugen
Um Erbrechen vorzubeugen, zögern Sie nicht, Ihren Arzt um die Verschreibung von Antiemetika zu bitten. Nehmen Sie diese ein, bevor Sie morgens aufstehen; sie helfen Ihnen, den Tag ruhiger zu beginnen und erleichtern das Essen.
Übelkeit lindern durch kleine, gut verdauliche Snacks wie Petit Lu-Kekse, Cracker oder Kaugummis. Sie können auch ätherische Öle einatmen, um Übelkeit schnell zu lindern. Unser Tipp? Halten Sie ein Taschentuch mit einem Tropfen Pfefferminzöl griffbereit, um im Notfall vorsichtig daran zu riechen.
Anpassung der Ernährung während einer Krebsbehandlung
Wenn das Essen schwerfällt, helfen Ihnen diese einfachen Tipps:
- Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
- Proteine anreichern (Käse, Eier, Geflügel, Kichererbsen…)
- Energiehaltige Lebensmittel mit Omega-Fettsäuren bevorzugen
- Entspannende Aktivitäten ausprobieren (Yoga, Tai-Chi, Meditation…)
- Viel trinken, besonders bei Verdauungsproblemen
- Kräuter und milde Gewürze zum Würzen nutzen
- Essen, wenn Sie Lust haben – ohne Verbote
Behandlung von Mukositis und Mundproblemen
Bleiben Sie nicht mit Schmerzen. Achten Sie auf eine gute Mundhygiene: eine weiche Zahnbürste und eine nicht scheuernde Zahnpasta. Falls nötig, verwenden Sie eine Mundspülung gegen Entzündungen.
Ernährung ergänzen
Wenn Sie trotz kleinen Mahlzeiten weiterhin abnehmen oder kaum essen können, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen Nahrungsergänzungsmittel empfehlen, um Ihren Nährstoffbedarf zu decken.
Natürlich können auch der Krebs selbst oder die Behandlungen direkt zu Gewichtsverlust führen. Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Onkologen. Wenn die Ernährung zu belastend wird, kann eine Ernährungsberatung hilfreich sein.